Rollladengurt wechseln: Gurtwickler ausbauen, Maße, Einbau und echte Kosten

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Rollladengurt wechseln: Gurtwickler ausbauen, Maße, Einbau und echte Kosten

Rollladengurt wechseln: Gurtwickler ausbauen, Maße, Einbau und

Der Rollladengurt reißt irgendwann – das ist in fast jedem Haushalt mit Außenrollladen unvermeidlich. Dieser Ratgeber richtet sich an Heimwerker, die den Gurt in ihrer Miet- oder Eigentumswohnung selbst wechseln möchten. Sie erfahren Schritt für Schritt, wie Sie den Gurtwickler ausbauen, die richtigen Maße nehmen, den neuen Gurt einbauen und mit welchen Kosten Sie realistisch rechnen müssen. Alle genannten Materialien und Werkzeuge sind im deutschen Baumarkt (OBI, Bauhaus, Hornbach, toom) erhältlich.

Rollladengurt wechseln: Gurtwickler ausbauen, Maße, Einbau und echte Kosten

Vorbereitung: Werkzeug und Material

Bevor Sie beginnen, legen Sie sich Folgendes bereit:

  • Werkzeug: Schlitz- und Kreuzschlitzschraubendreher, Inbusschlüssel (oft 4 oder 5 mm), Zollstock oder Maßband, Wasserwaage (optional), Akkuschrauber mit Bits, Seitenschneider oder Cutter, ggf. Hammer und Körner.
  • Material: Neuer Rollladengurt (passende Breite, meist 14, 15 oder 16 mm – vorher messen!), neuer Gurtwickler (falls Altgerät defekt), passende Schrauben (4×30 mm oder 4×50 mm mit Dübeln), ggf. Gurtscheibe/Federkern für automatischen Aufrollen.
  • Sicherheit: Trittsicherer Hocker oder Leiter, Arbeitshandschuhe, bei älteren Rollläden möglicherweise eine zweite Person zum Halten der Gurtrolle.

Kaufen Sie Ersatzteile idealerweise nach Vermessen des Altgurts – siehe nächster Abschnitt.

Maßnehmen: Die korrekte Gurtdimension ermitteln

Ein falscher Gurt ist der häufigste Fehler. So messen Sie richtig:

  • Gurtbreite: Rollen Sie den alten Gurt aus und messen Sie die Breite mit einem Zollstock. Übliche Breiten sind 14 mm, 15 mm, 16 mm. Der neue Gurt muss exakt diese Breite haben – sonst verklemmt er im Gurtwickler oder Gurtband.
  • Gurtlänge: Die benötigte Länge ermitteln Sie entweder durch Ausmessen des alten Gurtes (zusammengerollt) oder durch folgende Faustformel: Höhe des Fensters (in cm) + Überstand nach unten (ca. 80–100 cm für Bedienkomfort). Beispiel: Fensterhöhe 130 cm + 90 cm = 220 cm Gurtlänge. Bei größeren Rollos ggf. nach Herstellerangabe.
  • Gurtwickler-Typ: Meistens ein Standard-Gurtwickler (Aufrollmechanismus mit Feder). Es gibt aber auch Modelle mit spezieller Aufnahme (Krokodil- oder Zahnradsystem). Notieren Sie sich die Maße des alten Gurtwicklers (Durchmesser der Scheibe, Lochabstände). Ein Foto hilft beim Kauf.

Gurtwickler ausbauen – Schritt für Schritt

Klappen Sie zunächst den Rollladenkasten (meist aus Kunststoff oder Alu) an der Oberseite vorsichtig auf. Er rastet ein oder ist mit einer Blende verschraubt. Gehen Sie wie folgt vor:

1. Rollladen fixieren (Wichtig!)

Schließen Sie den Rollladen vollständig. Ziehen Sie dann die Gurtbremse (sofern vorhanden) am Gurtwickler, damit der Rollladen nicht selbstständig herunterfällt. Bei manchen Modellen muss die Rolle mit einem Spanngurt oder einem Holzkeil gegen Herunterfallen gesichert werden.

2. Gurtwickler demontieren

Lösen Sie die Schrauben, die den Gurtwickler am Rollladenkasten halten. Meist sind es zwei Schrauben von oben oder von der Seite. Ziehen Sie den Gurtwickler vorsichtig nach vorne. Achtung: Die Feder im Gurtwickler steht unter Spannung – lösen Sie die Gurtbremse langsam, sonst schnellt der Gurt heraus. Halten Sie die Gurtrolle mit der Hand fest, während Sie die Bremse lösen.

3. Alten Gurt entfernen

Ziehen Sie den alten Gurt vollständig aus dem Gurtwickler heraus. Schneiden Sie ihn mit einem Seitenschneider oder Cutter ab, falls er verknotet ist. Entfernen Sie alle Reste aus dem Gurtkanal (Führung zwischen Kasten und Fenster).

4. Gurtwickler zerlegen (optional)

Wenn der Gurtwickler selbst defekt ist (z. B. gebrochene Feder), muss er ersetzt werden. Andernfalls können Sie ihn wiederverwenden. Zerlegen Sie ihn vorsichtig: Schraube in der Mitte der Scheibe lösen, Feder entnehmen, reinigen und einfetten (mit geeignetem Kunststofffett).

Rollladengurt wechseln: Gurtwickler ausbauen, Maße, Einbau und echte Kosten

Neuen Gurt einbauen – so geht’s

1. Gurt vorbereiten

Schneiden Sie den neuen Gurt auf die benötigte Länge zu (plus eine Zugabe von 10–15 cm für die Befestigung). Schmelzen Sie das Ende des Gurtes mit einem Feuerzeug kurz an, um Ausfransen zu verhindern.

2. Gurtführung einlegen

Führen Sie das Gurtband von oben durch den Gurtkanal (an der Fensterlaibung) bis zum Gurtwickler. Verwenden Sie einen Draht oder einen Gurt-Einfädler, falls nötig. Achten Sie darauf, dass der Gurt nicht verdreht ist.

3. Gurt im Gurtwickler befestigen

Öffnen Sie den Gurtwickler (Feder entspannen). Meist gibt es einen Schlitz oder eine Klemmvorrichtung. Stecken Sie das Gurtende durch den Schlitz und ziehen Sie es fest. Wickeln Sie den Gurt zwei- bis dreimal von Hand um die Rolle, damit er nicht rutscht.

4. Gurtwickler einhängen und Spannung einstellen

Setzen Sie den Gurtwickler wieder in den Kasten ein. Schrauben Sie ihn lose fest. Hängen Sie die Gurtbremse ein. Ziehen Sie den Gurt leicht an, bis er straff sitzt, aber keine übermäßige Spannung aufweist. Drehen Sie dann die Schrauben fest. Achten Sie auf die richtige Drehrichtung: Der Gurt muss sich beim Ziehen aufrollen, beim Loslassen blockieren.

5. Testlauf

Betätigen Sie den Rollladen mehrmals: Hoch- und Runterfahren. Wenn der Gurt sauber läuft und der Rollladen gleichmäßig rollt, ist alles korrekt. Korrigieren Sie bei Bedarf die Spannung durch leichtes Nachjustieren der Feder.

Echte Kosten: Preisspannen in Euro

Die Kosten setzen sich aus Material und ggf. Arbeitszeit zusammen. Hier eine realistische Aufstellung (Stand 2024, Preise aus OBI, Bauhaus, Hornbach):

  • Rollladengurt (10 m Rolle): 5–15 € (je nach Breite und Qualität)
  • Gurtwickler (Standard): 15–30 € (mit Feder und Aufnahme)
  • Gurtscheibe (Ersatz für Aufrollmechanismus): 10–20 €
  • Schrauben und Dübel (Set): 3–5 €
  • Fett für Gurtwickler (z. B. Silikonfett): 5–8 €
  • Werkzeug (falls nicht vorhanden): Akkuschrauber ab 40 €, Set Schraubendreher 10–20 €
  • Gesamtkosten Selbstbau (Material): ca. 20–60 €
  • Fachbetrieb (Montage inkl. Material): 100–250 € (je nach Aufwand und Region, stark variierend)

Diese Preise gelten für ein Standard-Fenster (Höhe 130 cm). Bei Sondermaßen, Hochschiebe-Rolläden oder mehrteiligen Fenstern können Kosten deutlich steigen.

Typische Fehler

  • Falsche Gurtbreite gekauft: Ein 14-mm-Gurt passend nicht in einen 15-mm-Gurtwickler. Messen Sie immer nach.
  • Höhe des Fensters falsch gemessen: Zu kurzer Gurt = Rollladen schließt nicht vollständig. Zu lang = überflüssiges Band.
  • Gurtbremse nicht gelöst beim Ausbau: Feder kann unkontrolliert ausrasten und Verletzungen verursachen.
  • Gurt verdreht eingezogen: Führt zu schlechtem Lauf und vorzeitigem Verschleiß.
  • Übermäßige Spannung auf der Feder: Der Gurt kann reißen oder der Wickler beschädigt werden.
  • Schrauben zu fest angezogen: Kunststoffgehäuse kann springen.

Wann zum Fachbetrieb?

Sie sollten einen Fachbetrieb (Rollladenbauer, Jalousienbauer) beauftragen, wenn:

  • Der Rollladenkasten beschädigt ist (Risse, Bruch).
  • Der Gurt im Mauerwerk verklemmt ist und sich nicht lösen lässt.
  • Elektrische Komponenten (Rollladenmotor, Schalter) Teil des Systems sind – hier sind Fachkenntnisse für die Elektrik nötig.
  • Sie sich unsicher bei der Handhabung der Feder oder der Statik des Rollladens fühlen.
  • Der Rollladen mehr als 2 m breit oder schwer ist (z. B. Rollladengurt für Terrassentür).

Ein Fachbetrieb erledigt den Austausch meist innerhalb einer Stunde. Die Kosten liegen, wie erwähnt, zwischen 100 und 250 Euro – eine Investition, die bei Fehlern schnell teurer kommt.

Checkliste für den Gurtwechsel

  • [ ] Gurtbreite und -länge genau gemessen
  • [ ] Gurtwickler und ggf. neue Schrauben besorgt
  • [ ] Werkzeug bereit: Schraubendreher, Inbus, Cutter, Zollstock, Leiter
  • [ ] Rollladen geschlossen und gesichert
  • [ ] Gurtwickler ausgebaut und Feder entspannt
  • [ ] Alten Gurt entfernt und Gurtkanal gereinigt
  • [ ] Neuen Gurt eingefädelt und im Wickler fixiert
  • [ ] Gurtwickler eingebaut und Spannung eingestellt
  • [ ] Funktionsprüfung: Gleichmäßiges Auf- und Abrollen
  • [ ] Bei Zweifeln: Fachbetrieb hinzuziehen

Mit dieser Anleitung können Sie den Rollladengurt selbst wechseln und sparen so die Handwerkerkosten. Achten Sie stets auf Ihre Sicherheit und die richtige Dimensionierung – dann hält der neue Gurt viele Jahre.

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